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Champions-League-Format 2024 — Was sich für die Koeffizientenberechnung geändert hat

Analyse · Lesezeit: ~12 Minuten · Stand: Mai 2026

Im September 2024 startete die UEFA Champions League erstmals im neuen "Schweizer System" mit 36 Klubs in einer Liga-Phase. Das ist die größte strukturelle Änderung des Wettbewerbs seit der Einführung der Gruppenphase 1992. Für die UEFA-Koeffizienten bedeutet das nicht nur "mehr Spiele" — die Veränderung verschiebt das Punkte-Potential zwischen Verbänden in einer Weise, die das Ranking-Rennen für die nächsten Jahre grundlegend verändert.

Was sich konkret geändert hat

Das alte Format hatte 32 Klubs in 8 Vierergruppen, 6 Spiele pro Klub in der Gruppenphase, dann 16 Klubs im K.o.-System ab Achtelfinale. Das neue Format:

Auswirkung auf den Verbands-Koeffizienten

Der entscheidende Mechanismus: mehr Spiele bedeuten mehr Punkte, aber UEFA hat die Bonuspunkte für Liga-Phase-Teilnahme angepasst, damit der Wechsel nicht zu einer automatischen Inflation der Koeffizienten führt.

Im Detail: Vor 2024 gab es 4 Punkte für Gruppenphasen-Teilnahme. Ab 2024 gibt es weiterhin 4 Punkte für Liga-Phase-Teilnahme, aber bei 8 statt 6 Spielen. Das normalisiert die Pro-Spiel-Belohnung etwas, ändert aber die Verteilung dramatisch:

EPS — der neue Premium-Mechanismus

Mit dem Format-Update wurden zwei Extra-Champions-League-Plätze eingeführt, die nicht an die historische 5-Jahres-Wertung gekoppelt sind, sondern an die aktuelle Saison-Performance: die European Performance Spots (EPS).

EPS funktioniert so: Die Verbände werden nach ihrem Ranking für die jetzt laufende Saison sortiert (gleicher Algorithmus wie der Verbandskoeffizient, aber nur basierend auf der aktuellen Saison). Die zwei Verbände mit der höchsten Performance erhalten einen Extra-CL-Direktplatz für die nächste Saison.

Konkret: In der Saison 2024/25 erhielt England einen Extra-CL-Platz für 2025/26, weil die Premier-League-Klubs in dieser Saison den höchsten durchschnittlichen Saison-Koeffizienten lieferten. Italien bekam ebenfalls einen, mit einem Mini-Vorsprung gegenüber Spanien.

EPS schafft einen unmittelbaren Anreiz für gute aktuelle Saisons — und macht das Koeffizientenrennen volatiler, weil ein einziger guter Spieltag das EPS-Ranking komplett verschieben kann.

Wer profitiert vom neuen Format

Die Gewinner des Format-Updates sind:

Die Verlierer:

Was das für die kommenden Saisons bedeutet

Erstens: Englands Position als Nummer 1 wird strukturell zementiert, solange die Premier League weiterhin 4-5 CL-Klubs stellt. Zweitens: Italien hat einen klaren Pfad zu Platz 2, weil das Format zur taktischen Stärke der Serie A passt. Drittens: Spanien und Deutschland kämpfen um Platz 3-4 in einem engeren Rennen als in den 2010ern, mit Frankreich als Außenseiter.

Für kleinere Verbände bedeutet das neue Format: das CL-Plateau ist erreichbarer geworden, aber das Spitzen-Plateau (Top 4) ist noch schwerer zu erreichen. Die Mitte des Rankings (Platz 7-15) wird volatiler, mit häufigeren Auf- und Abstiegen zwischen Saisons.

Live-Daten zum neuen Format

Auf der Hauptseite findest du die aktuelle 5-Jahres-Wertung, die alle neuen Format-Effekte bereits eingerechnet hat. Auf der Erklärseite sind die Berechnungsdetails aufgeschlüsselt — und auf den Länder-Seiten kannst du sehen, wie das Format pro Verband wirkt, mit konkreten Saison-für-Saison-Beiträgen.

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